Falke Pisano
Falke Pisanos (*1978) Arbeiten entwickeln sich hauptsächlich aus einem Interesse am Denken und den Möglichkeiten von Sprache und Text bei der Analyse und Entwicklung von Problem- und oder dem Entwickeln von Fragestellungen. Eine ihrer Hauptfragen ist an die Bedingungen und Wirkmechanismen von modernistischen Skulpturen (Martin Luther King Memorials, Barnett Newman, Eduardo Chillida) aber auch das Verständnis von Abstraktion (Josef Albers) an sich geknüpft. In Videos und Vortrag-Performances, bewusst nicht durch die gegenständliche Nachempfindung von Skulpturen, versucht sie das "Wesen" ihrer Vorlagen mit Mitteln der Sprache und Textkonstruktionen herauszuarbeiten.
Das Zweikanal-Video „Chillida (Forms & Feelings)“ (2006) dokumentiert die Gefühle und Reaktionen der Künstlerin auf eine Serie von Aufnahmen des Fotografen David Feen, die alle Skulpturen des baskischen Bildhauers Chillida zeigen. Beim Durchblättern des Fotobuchs sucht sie nach einer Beziehung zwischen den Charakteristika dieser Objekte, Chillidas Tochter und ihrer eigenen Beschäftigung mit existenziellen Fragen und ihrer eigenen emotionalen Reaktion. Sie selbst erscheint nicht im Bild und verbleibt in der Rolle der unsichtbaren Erzählerin. Allerdings übersetzt sie stetig, vor allem gegen Ende des Videos, mit gezielter Montage ihr Gedankenspiel auf eine visuelle Ebene. Falke Pisano begibt sich damit in den spannenden Zwischenraum von Betrachter und Künstler, Produktion und Rezeption. In ihren Videos wird somit der Wahrnehmungsprozess selbst erfahrbar und ihr persönlicher Kommentar verändert so das eigene Sehen.
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