Ana Roldán

Ana Roldáns (*1977) multimediale Werke aus den Bereichen Installation, Objekte, grafische Symbole und Videos entstehen oft aus einem Interesse an der Überprüfung von Systemen, wie dem kollektiven Gedächtnis und den Bedingungen von Sprache, Zeichen, Symbolen in Relation zu metaphysischen und philosophischen Fragen. Ein wesentlicher Bestandteil ihrer formalen Arbeiten ist der Betrachter selbst, die menschliche Wahrnehmung und das Bedürfnis nach Bedeutungszuweisung und Interpretation. Ihre Installationen stellen ihn immer vor offene Situationen, die stets einen Aspekt des Narrativen und Rätselhaften beinhalten. Für die Ausstellung im Kunstverein hat Ana Roldán ein Video (Actor, 2007) sowie ein fiktives Kartenspiel produziert. Nicht ohne Grund umschreibt Roldán dieses Spiel mit den folgenden Worten: „Jede Reaktion ist eher von der augenblicklichen Gegebenheit bestimmt, als vom Talent jedes Spielers.“ Bestehend aus vier Leitfiguren (Magician, Queen, Cook, Beast), die sinnbildlich für unser Gesellschaftsmodell stehen, hat sie ein Display und ein in sich stimmiges fiktives Spielsystem für zwei Personen entworfen, das jedoch ohne Regeln präsentiert wird. Einzig und allein die 32 schwarz-weißen Karten (digitale Miniaturzeichnungen) weisen den Weg und geben Aufschluss über den Zusammenhang sowie ein mögliches Regelwerk. Ein unheimliches Gefühl der Ungewissheit gepaart mit Neugier kann den Besucher beim Anblick des Spielsets beschleichen.

 

http://www.anaroldan.ch/

http://www.annex14.ch/